Resilienz, Vertrauen und Achtsamkeit stärken – Tipps für den Umgang mit der Corona-Krise 

 

  • Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was Ihnen trotz allem Vertrauen, Mut und Hoffnung gibt.

Denn das, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten, wird stärker.

Auch wenn es zur Zeit schwer ist, sich nicht überwältigen zu lassen von all den Angst machenden Berichten, Bildern, Zahlen und Prognosen:

 

 

Halten Sie gezielt Ausschau nach den vielen Mut machenden, positiven Aspekten, die die derzeitige Krise auch hervorbringt: Solidarität, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Kreativität im (virtuellen) Miteinander, Unterstützung und Nachbarschaftshilfe, Wiederentdeckung von Gemeinsinn und Gemeinwohl, Mitgefühl und Verbundenheit.

Zahlreiche Hilfspakete werden ohne den üblichen Parteienzank auf den Weg gebracht, unsere Umwelt und Atemluft (!) bekommen eine Erholungspause.

Informieren Sie sich regelmäßig, aber überfordern Sie sich nicht. Halten Sie dabei besonders Ausschau nach all den o.g. Aspekten, die Mut machen und Solidarität und Vertrauen stärken.

 

  • Umgang mit Ängsten: Ihr Atem ist Ihr wichtigster Begleiter.

Setzen Sie sich bequem hin und spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden. Üben Sie, tief in den Bauch ein und aus dem Mund wieder aus zu atmen, mit einer besonderen Betonung auf dem Ausatmen. Stellen Sie sich vor, wie Sie mit jedem Ausatmen Ihre Sorgen und Ängste ausatmen und mit jedem Einatmen neue Lebensenergie tanken.

Wenn Sie damit ein wenig Übung haben, zählen Sie beim Einatmen bis vier, machen eine kleine Pause, und atmen auf 8 wieder aus.

Atmen Sie so oft Sie mögen auf den Laut „Ahhh“ aus.

All das hilft, den Parasymphatikus zu entspannen, den Teil unseres Nervensystems, der in diesen Zeiten besonders wichtig ist.

Kehren Sie dabei immer wieder zu Ihrer Körperwahrnehmung zurück. Wo in Ihrem Körper fühlt es sich gut an, wo angespannt? Üben Sie, Ihre Empfindungen einfach wahrzunehmen, ohne etwas verändern zu wollen. Sie werden merken, dass Sie Ihrem Körper und Ihrem Nervensystem damit helfen, sich zu entspannen.

Wenn Ihre Gedanken davon galoppieren, vielleicht in Katastrophen-Szenarios hinein: Kehren Sie immer wieder zum gegenwärtigen Moment zurück. Was ist JETZT, HIER? Sie sitzen sicher zuhause und atmen.

(Hinweis: Diese Tipps sollen Sie in der gegenwärtigen Krise stärken, selbständig mit den Belastungen umzugehen, denen Sie sich vielleicht ausgesetzt fühlen. Wenn Sie unter wiederkehrenden Ängsten, psychischen Störungen, Traumata oder Panikattacken leiden, suchen Sie sich bitte professionelle Unterstützung.)

 

  • Geben Sie dem ängstlichen Teil in sich Schutz und Zuversicht

Stellen Sie sich den Teil in Ihnen, der Angst hat, als Ihr jüngeres Ich vor, das schon in der Vergangenheit Angst hatte. Nehmen Sie es an der Hand und lassen es spüren, dass Sie als erwachsene Person da sind.

Sagen Sie ihm: "Ich komme aus der Zukunft und wir haben es überlebt." Was verändert sich dadurch JETZT, wenn Sie gemeinsam vor der Angst auslösenden Situation stehen?

 

  • Sprechen Sie mit anderen über das, was Sie belastet. Und hören Sie anderen zu.

Egal ob Sie mit anderen Menschen zusammenleben oder sich virtuell treffen: Es ist eine wichtige Erleichterung und Unterstützung, sich einander mitzuteilen und einander zuzuhören. Erteilen Sie dabei keine Ratschläge. Seien Sie einfach füreinander da. Fühlen Sie mit (-einander).

Das stärkt das Mitgefühl mit sich selbst und anderen und das Gefühl von Zusammenhalt.

 

  • Identifizieren Sie Ihre belastenden Gedanken und formen sie zu Sätzen um, die sich weniger belastend anfühlen.

Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, wie sehr unsere Gedanken unsere Gefühle bestimmen.

Beispiel: „Alles wird jetzt den Bach runtergehen, das System kollabiert“.

Wie fühlt sich dieser (Extrem-)Gedanke an ? Was löst er in Ihnen aus?

Formulieren Sie den Gedanken um: Z.B.: „Ich sitze zuhause, habe genug zu essen und weiß, dass weltweit und auch hier in Deutschland unzählige Menschen daran arbeiten, unser System zu stützen und zu stabilisieren“.

Wie fühlt sich dieser Gedanke an? Was löst er aus?

Gehen Sie einen Schritt weiter. Z.B.: „Ich selbst kann dazu beitragen, das System zu unterstützen, indem ich andere unterstütze und dadurch einen Beitrag für die Gemeinschaft leiste.“  Wie fühlt sich das an?   usw. usw.

 

  • Entschleunigung, Meditation, Achtsamkeit und Bewegung: Nutzen Sie die Zeit zuhause auch für Meditation, vielleicht Yoga oder andere Fitnessübungen und für Achtsamkeitsübungen

Hier auf meiner Seite finden Sie dazu wertvolle Informationen und Übungen. Zahlreiche Onlineportale und Apps bieten dazu ihre Dienste an.

Lesen Sie Bücher, die Ihnen gut tun. Entschleunigen Sie, schlafen Sie mindestens 8 Stunden und ernähren sich vitaminreich. Das hilft, Ihren Geist zu beruhigen und stärkt Ihr gerade in diesen Zeiten so wichtiges  Immunsystem. Bewegen Sie sich!

 

  • Dankbarkeit

Schauen Sie auf all das in Ihrem Leben, was gut ist und wofür Sie dankbar sind. Fühlen Sie Ihre Dankbarkeit! Sie ist eine sehr wichtige Ressource, die Ihre Resilienz und Ihr Vertrauen enorm stärkt.

 

  • Ressourcen

Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken, Ihre Qualitäten, Ihre inneren und äußeren Ressourcen: Was können Sie gut? Was hat Sie bisher durchs Leben getragen? Auf welche Anteile in Ihnen können Sie sich verlassen? Was tut Ihnen gut?

Wenn Sie zum Beispiel von sich wissen, dass Sie kreativ sind und in der Natur auftanken können:

Nutzen Sie Ihre Kreativität jetzt , um mit der Krise kreativ umzugehen und tanken Sie bei Ihrem Spaziergang alleine oder zu zweit (laut Anweisungen) im Park auf.

 

  • Strukturieren Sie Ihren Tag

In der derzeitigen Ausnahmesituation ist es wichtig, sich Routinen zu überlegen. Das hilft Ihnen, mit Überforderung und Ängsten besser umzugehen. Egal, ob Sie alleine oder mit anderen zusammen leben – überlegen Sie sich feste Zeiten z.B. für´s Aufstehen, die Mahlzeiten, notwendige Einkäufe.

Spielen Sie Spiele, erledigen Sie Aufgaben, die Sie lange aufgeschoben haben.

Machen Sie sich jeden Tag eine Liste, was Sie heute gestalten möchten. Bauen Sie dabei genug Pausen fürs „einfach SEIN“ ein. Stille ist eine wichtige Ressource. Trotzdem ist es natürlich auch gut und wichtig, sich immer wieder auch abzulenken und zu entspannen, in dem Sie Filme schauen, Musik oder Podcasts hören. Finden Sie Ihren persönlichen Rhythmus.

 

  • Verbinden Sie sich mit Ihrer Kraft

Ballen Sie beide Hände zu Fäusten und rufen laut "Ja!". Wiederholen Sie das mit geöffneter Faust.

Spüren Sie nach, was das in Ihnen auslöst.

 

  • Physische Distanz, soziales Miteinander:

Halten Sie die jetzt notwendigen Anweisungen ein, um sich selbst und andere zu schützen.

Suchen Sie immer wieder über Telefon und die Messengerdienste den Kontakt mit anderen Menschen. Nutzen Sie die Zeit, um vielleicht mit Menschen Kontakt aufzunehmen, für die Sie sich lange keine Zeit genommen haben.

Wenn Sie gesund sind und dafür motiviert: Schließen Sie sich den Nachbarschaftsinitiativen an, die es überall gibt. Arbeiten Sie ehrenamtlich mit daran, ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen.

Schenken Sie den Menschen, die jetzt für uns alle arbeiten, Wertschätzung und ein Danke.

Persönlich oder in Ihren Gedanken: Den Ärzten und dem Pflegepersonal, all denen im Gesundheitswesen. Den Menschen, die im Supermarkt, der Apotheke, den Bereichen unserer kritischen Infrastruktur oder als Dienstleister arbeiten.

Verbinden Sie sich mit deren Bereitschaft,  zu helfen. Das stärkt und motiviert auch Sie selbst.

 

 

Eine Kerze kann tausend andere anzünden. Gemeinsam werden wir diese Krise durchstehen!

 

22.3.2020

 

 

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