Innerer Frieden beginnt bei mir selbst

 

Innerer Frieden beginnt bei mir selbst:

 

Ja sagen zu dem, was ist

 

 

 

 

 

Helmut wacht regelmäßig nachts schweißgebadet auf. Sofort sind sie dann da, diese vielen negativen Gedanken – und die damit verbundenen genauso unschönen Gefühle.

Da ist vor allem die Überforderung auf der Arbeit: Digitalisierung und zunehmende Arbeitsverdichtung verlangen ihm eine Leistung ab, die er nicht mehr schafft.

 

Helmut ist 59, eigentlich einer der „Guten“ in der Firma. Doch jetzt spürt er seine physischen und psychischen Grenzen. Alte Glaubenssätze und Gefühle von Minderwertigkeit tauchen auf. Sie sagen: „Ich bring es nicht.“ „Ich muss es schaffen, sonst werde ich abgelehnt oder sogar entlassen.“ „Ich muss da durch, sonst gehöre ich nicht mehr dazu.“

„Was wird meine Familie dazu sagen?“ „Ich bin nicht gut genug“.

 

Weil er diese Stimmen nicht hören und die damit verbundenen Gefühle nicht fühlen will, verwendet Helmut den Rest seiner noch vorhandenen Energie darauf, alles Belastende zu verdrängen. Er lenkt sich ab. Er flüchtet in diverse Aktivitäten, surft stundenlang im Internet, streitet sich mit seiner Frau und seinen Kindern und wird immer gereizter.

Doch er spricht mit niemand über seinen inneren und äußeren Stress, weil er sich schämt und Angst hat, sonst völlig überrollt zu werden von seinen Gefühlen.

Dann würde er die Kontrolle verlieren, könnte sich „nicht mehr zusammenhalten.“

 

Was wir verdrängen, machen wir stark

 

Doch Stress, Angst und all die anderen damit verbundenen Gefühle lassen sich nicht verdrängen. Sie sind überkoppelt mit tief in unserem Nervensystem gespeicherten Erinnerungen, Erfahrungen und Glaubenssätzen. Unsere Gefühle wollen gefühlt, angenommen und integriert werden. Sie sind eine Energie, ein Fluss. Und wenn dieser Fluss nicht fließen kann, gibt es einen Stau, oder die Energie manifestiert sich auf andere Art. Unsere Muskeln ziehen sich zusammen, der Körper entwickelt Stresssymptome, wir liegen nachts wach und können nicht mehr aussteigen aus dem Gedanken- und Gefühlskarussel. Manchmal entstehen Krankheiten.

 

Annehmen was ist

 

Wenn wir lernen, uns selbst mit Mitgefühl zu begegnen, uns vollständig anzunehmen und Ja zu sagen zu dem, was gerade ist, kann sich unser Nervensystem leichter beruhigen. Unsere Gefühle und die damit verbundenen vielen inneren Stimmen brauchen einen Raum, in dem sie SEIN dürfen. Wenn wir uns erlauben, sie bejahend zu durchfühlen, kann etwas Neues entstehen. Eine neue Sichtweise auf das, was uns beschäftigt, ein neuer Umgang mit Themen, die uns Stress machen.

 

Übung: Vier Fragen

 

Nehmen Sie sich mindestens eine halbe Stunde Zeit und suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie ungestört sind.

Setzen Sie sich bequem und aufrecht hin.

 

Ihr Atem ist ein wichtiger Schlüssel für die folgende Übung. Atmen Sie sehr bewusst ein und aus. Achten Sie auf die Pausen zwischen den Atemzügen. Lenken Sie Ihr Bewusstsein nach einer Weile besonders auf die Ausatmung. Wenn Sie bereit sind, stellen Sie sich die folgenden Fragen - und lassen sich Zeit für die Antworten. Sie werden aus Ihrem Inneren heraus entstehen.

Hören Sie einfach zu und lassen sich von Ihrem Atem führen.

 

Denken Sie an eine Situation oder eine Erfahrung, die sich nicht gut angefühlt hat.

  • Welcher unangenehme Satz taucht auf, wenn Sie jetzt daran denken?
  • Welches Gefühl ist damit verbunden?
  • Wo in Ihrem Körper spüren Sie dieses Gefühl?
  • Was wünscht sich dieses Gefühl von Ihnen?

 

Stellen Sie sich vor, wie Sie diesem Gefühl alles geben, was es sich wünscht.

Bleiben Sie ruhig und gesammelt noch eine Weile sitzen.

Spüren Sie nach, wie sich Ihr JA zu Ihnen selbst und Ihrem Gefühl und dem dahinterstehenden Bedürfnis anfühlt.

 

 

27. Juli 2019

 

zurück nach oben

Anrufen

E-Mail

Anfahrt